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Feedback unserer Seminar-Teilnehmer

Veröffentlicht am 6. August 2021

Digitalisierung im ambulanten Gesundheitswesen

Seit dem 01.07.2021 müssen alle Vertragsarztpraxen weitere digitale Anwendungen in ihr Praxisverwaltungssystem (PVS) implementiert haben. Geschieht dies nicht rechtzeitig, drohen teils pauschale Honorarkürzungen. Ein kurzer Überblick:

Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA)
Seit dem 01.07.2021 ist der eHBA für viele Anwendungen zwingend erforderlich geworden. Der eHBA muss bei der zuständigen Landesärztekammer für jede Ärztin/jeden Arzt bestellt werden.

Elektronische Patientenakte (ePA)
Nach Abschluss der Testphase (Ende des 3. Quartals 2021) soll die ePA befüllt werden. Hierfür wird eine pauschale Vergütung von einmalig 10,00 Euro gezahlt. Für die weitere Erfassung, Verarbeitung oder Speicherung von Daten können die Ziffern 01647 bzw. 01431 abgerechnet werden.

Achtung: Bis zum 30.06.2021 musste bei der jeweils zuständigen KV nachgewiesen werden, dass das MVZ über die für den Zugriff auf die ePA erforderlichen Komponenten und Dienste verfügt. Ist dieser Nachweis nicht fristgerecht erbracht worden, sieht das Gesetz eine pauschale Kürzung der Vergütung um ein Prozent vor.

Elektronischer Arztbrief (eArztbrief)
Für die Nutzung des eArztbriefs ist der sogenannte KIM-Dienst erforderlich. Die EBM-Ziffern 86900 und 86901 (einschließlich der Förderung nach Nr. 01660) können nur bei Verwendung dieses KIM-Dienstes abgerechnet werden. Verpflichtend ist die Nutzung des KIM-Dienstes ab dem 01.10.2021 für alle Vertragsarztpraxen und MVZ.

Elektronische AU-Bescheinigung (eAU)
Ab dem 01.10.2021 müssen die Daten der AU elektronisch an die Krankenkasse des/der Versicherten übermittelt werden. Die Versicherten bekommen weiterhin einen Papierausdruck für ihren Arbeitgeber und für sich selbst. Ab dem 01.07.2022 soll dann auch die Weiterleitung der AU an den Arbeitgeber digital erfolgen. Für die Anwendung der elektronischen AU-Bescheinigung (eAU) ist ab dem 01.10.2021 ebenfalls die Nutzung eines KIM-Dienstes erforderlich.

Elektronisches Rezept (eRezept)
Ab dem 01.01.2022 (freiwillig bereits seit dem 01.07.2021) sind Vertragsärzte/-ärztinnen zur Nutzung des eRezepts für verschreibungspflichtige Arzneimittel verpflichtet. Das Rezept wird dabei wie gewohnt erstellt, mit dem eHBA signiert und dann auf den eRezept-Server hoch geladen. Die Informationen werden mittels eines QR-Codes abgerufen. Die Versicherten wählen, ob sie die eRezept-App oder einen Papierausdruck nutzen wollen. Die Apotheke kann sich dann mittels des QR-Codes die Verordnungsdaten herunterladen und die Verordnung aushändigen. Folgerezepte müssen dann nicht mehr in der Arztpraxis oder dem MVZ ausgestellt werden, sondern können auf Anfrage digital über die eRezept-App bereitgestellt werden.

Notfalldatenmanagement (NFDM)
Wenn die technischen Voraussetzungen für die Erstellung, Speicherung und Aktualisierung eines Notfalldatensatzes vorliegen und dies der KV angezeigt wurde, kann die EBM-Ziffer 01640 für die Anlage des Notfalldatensatzes (80 Punkte (8,90 Euro) und bis zum 19.10.2021 mit doppelter Vergütung (17,80 Euro)) berechnet werden. Vertragsärzte/-ärztinnen erhalten zudem einen Zuschlag zu jeder Versicherten-, Grund- bzw. Konsiliarpauschale nach Ziffer 01641, die von der KV automatisch zugesetzt wird.

Quelle: AAA Abrechnung Aktuell, Ausgabe 05/2021