Veröffentlicht am 24. September 2021

Fallstricke bei der EBM- und GOÄ-Abrechnung

Sowohl beim IHK-Zertifikatslehrgang „Abrechnungsmanager/in (IHK) – Arztpraxis / MVZ“ der Frielingsdorf Akademie, als auch in Social-Media-Beiträgen in MFA- und Abrechnungs-Foren fällt auf, dass es häufig die gleichen Themen sind, die Schwierigkeiten bei der EBM- und GOÄ-Abrechnung in den Arztpraxen und MVZ bereiten.

Deshalb zeigen wir in einer kleinen Artikelserie zum Thema „Fallstricke bei der EBM- und GOÄ-Abrechnung“ auf, welche Abrechnungsfehler unbedingt vermieden werden sollten.

Teil 1: Analogleistungen
Nach §6 (2) GOÄ sowie §6 (1) GOZ ist es erlaubt, selbständige (zahn)ärztliche Leistungen, die nicht in das Gebührenverzeichnis aufgenommen sind, entsprechend einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses zu berechnen.

Fallstrick 1:
Diese Analogleistungen erben immer alle Einschränkungen und Ausschlüsse sowie die Mindestdauer.

Als Beispiel sei die Abrechnung der Extrakorporalen Stoßwellentherapie genannt: Die Nr. 1800 kann analog abgerechnet werden und hat dabei eine Punktzahl in Höhe von 1480 Punkten und ist je Sitzung abrechenbar.

Wird nun bei einem Patienten eine ESWT an beiden Knien durchgeführt, so ist die A1800 trotzdem nur einmal je Sitzung berechnungsfähig. Ein höheres Honorar kann nur über einen erhöhten Steigerungsfaktor (1,0 = 86,27 € / 2,3 = 198,41 € / 3,5 = 301,93 €) mit Angabe einer Begründung abgerechnet werden.

Fallstrick 2:
Auf der Rechnung muss neben der für den Patienten verständlichen Beschreibung der Analogleistung auch der Zusatz „entsprechend“ sowie der (ggf. sinnvoll gekürzte) Originalleistungstext mit angegeben werden.

Das A vor der Ziffer ist nach Auffassung der BÄK bei Analogleistungen im Laborbereich sowie bei offiziellen analogen Bewertungen der Bundesärztekammer erlaubt. Bei allen anderen analog abgerechneten Leistungen seien jegliche Zusätze „a“/“A“ vor oder nach der Ziffer nicht erlaubt.

Fallstrick 3:
Analoge Abrechnung ist im GKV-Bereich unter keinen Umständen zulässig!